Albanien 2015

08.05.2015          Strecke: 500km

Freitag 12 Uhr Feierabend, endlich Urlaub. Wir haben schon alles für die Jungfernfahrt der Wolfshöhle vorbereitet. Nur noch unter die Dusche und schon kann es losgehen. Unser Ziel ist Albanien. Nach einigem Überlegen haben wir uns für den Landweg entschieden. Somit sind wir viel flexibler. Termine einhalten müssen wir das ganze Jahr.

Unser erstes Ziel ist Unterschwarza in Österreich, wenige Kilometer vor der slowenischen Grenze. Vor Graz zieht ein Gewitter mit Hagel über uns hinweg. Der Verkehr auf der Autobahn kommt fast zum Stillstand.  Nach 5 Stunden Fahrzeit sind wir beim Dorfheurigen (http://www.dorfheuriger.eu/) angekommen. Für das Auto gibt es hier einen Stellplatz, für uns leckeres Abendessen.

09.05.2015          Strecke: 460km

Unsere erste Nacht in der Wolfshöhle verlief problemlos. Nur die nahe Straße ist etwas laut gewesen. Trotzdem ist der Platz sehr empfehlenswert.

Weiter geht es nach Montenegro. Während wir auf der Autobahn in Kroatien gemütlich Cruisen habe ich eine Idee. Warum sollen wir nicht einfach noch einen Zwischenstopp einlegen. Im letzten Jahr waren wir bereits in Murter und kennen einige gute Restaurants. Nicht nur wegen der Calamari finden wir beide die Idee genial. Gegen 15 Uhr sind wir am Meer. Die Sonne scheint. Im klaren Wasser baden bereits Kinder. Uns ist es mit 18 Grad doch noch ein wenig zu kalt. Im Restaurant "Čigrađa" bekommen wir ein kühles Bier. Es ist an der Zeit zum Entschleunigung. Wir wandern an der Küste entlang. Amüsant ist es zuzusehen wie  Segelboot Kapitäne die einfachsten Anlegemanöver verbocken. Zusammen sehen wir uns einen möglichen Stellplatz für die Nacht an. Sieht gut aus. Wir bleiben hier und gehen ins Čigrađa zum Abendessen. Bei einem Glas Wein beschließen wir, dass wir eine weitere Nacht auf Murter bleiben wollen. Die Crew vom Segelboot kommt. Mit ihren gleichen T-Shirt und Käppis machen sie an Land schon einen sehr professionellen Eindruck. Mit gefülltem Bauch fahren wir in ein kleines Waldstück in der Bucht. Es ist absolut ruhig. Unsere zweite Nacht in der Kabine beginnt.

10.05.2015          Strecke: 5km

Bum, bum, bum. Um zwei Uhr ist es vorbei mit der Ruhe. Gleich nebenan in der Kneipe findet eine Party statt. Da kann man jetzt nicht daran ändern. Hauptsache die sehen uns nicht und lassen uns in Ruhe. Dank Oropax können wir einigermaßen gut schlafen. Um halb sieben ist die Party dann endlich vorbei. Wir bleiben bis um halb Zehn liegen und frühstücken gemütlich. Der Wolf war unartig und hat Petra attackiert. Jetzt hat sie eine kleine Beule am Kopf. Später gehen wir in die Stadt zum Einkaufen. Zurück gehen wir über den Campingplatz Slanica. Er ist fast leer. Das ist so sehr verlockend das wir Umziehen. Von hier sind es 10 Meter bis ans Meer und 1500 Meter bis in die Stadt. Was braucht man mehr? Zum Abendessen gehen wir ins Kezo. Eines unsere Lieblingsrestaurant auf Murter. Hier gibt es frische Meeresfrüchte und sehr gute Steaks.

11.05.2015

Es ist typisch für Murter. Mal hier will man gar nicht mehr weg. Wie bleiben noch einen weiteren Tag hier. Unsere Nachbarn mit Land Rover fahren heute weiter. Wassertreten ist angesagt. Zum Baden ist es einfach noch zu kalt. Am Nachmittag liegt Petra in der Sonne und ich versuche mich am Lesen. Das habe ich bisher ich noch keinem Urlaub geschafft.  Eine Stunde halte ich durch.

12.05.2015           Strecke:475km

Um unser eigentliches Ziel nicht aus den Augen zu verlieren geht es heute weiter. Zurück auf der Autobahn fahren wir nach Bosnien. Am Autobahnende fahre ich dann dahin wo mein Navi meint. Interessante kleine Straßen. Ob es da nicht bessere Alternativen gibt? Was soll's. Dadurch kommen wir zur Miniaturausgabe der Krka Wasserfälle. Ein schöner Platz zum Pause machen. Weiter geht die Fahrt nach Montenegro. Ich folge meinem Navi. Bukumirsko Jezero heißt ein kleiner Bergsee, den ich als Ziel eingegeben habe. Als wir so eine Weile auf sehr schmalen Straßen in den Bergen rumgurken, fällt mir ein dass der Weg eigentlich in einem Tal an einen Fluss verlaufen sollte. Da es nur noch 20km sind fahren wir weiter. Hier oben liegt ja noch Schnee. Die Schneefräse war zum Glück genau so breit wie unser Auto. Zwei Wanderer sind überrascht dass sie uns sehen, und machen gleich Fotos von uns. Auf 1500m erreichen wir den See. Nach fast 9 Stunden Fahrt sind wir froh das Feierabend ist. Wir trinken ein Bier und kochen im Auto. Während wir Abspülen hören wir das ein Auto kommt. Als ein Landcruiser den Berg zu uns runterfährt brüllt der Beifahrer irgendwas aus dem Auto. Vermutlich hat der schon etwas Alkohol konsumiert. Sie fahren an uns vorbei und  bleiben etwa 500 Meter weiter oben stehen. Bum, bum, bum. Oh wie schön die haben auch Musik dabei. Da es schon nach 20 Uhr ist müssen wir uns wohl auf eine unruhige Nacht einstellen. Weg fahren ist keine Option da es hier um 21 Uhr Dunkel wird. Peng, Peng, es fallen zwei Schüsse. Jetzt wird es doch zur Option. In der Nähe von betrunkenen Halbstarken mit scharfen Waffen will ich nicht sein. Ar…löcher. Unser Auto ist 2 Minuten später zur Abreise fertig. Mit Navi und Bauchgefühl geht es auf direkten Weg nach unten. Der Weg ist sehr schmal. Schlamm, Schnee und überall Äste. Der Wolf bekommt ein paar neue Kratzer ab. Bei Tageslicht wäre ich die Strecke wohl nicht gefahren. In der Dunkelheit kommen uns auch noch zwei Autos entgegen. Freundlich versuchen wir aneinander vorbeizukommen. Endlich sind wir unten. An der Kreuzung befinden wir uns auf der Straße die ich ursprünglich fahren wollte. Jetzt müssen wir aber einen neuen Stellplatz finden. Ich habe noch ein Bild von Google Earth im Kopf. An einer Brücke wäre eine Möglichkeit. Nach etwa 5km treffen wir genau auf diese Brücke. Ein kleiner Weg führt ins Flussbett. Geschafft. Gute Nacht.

13.05.2015          Strecke: 115km

Die Nacht im Flussbett war sehr kalt. Hier oben sinkt die Temperatur auf null Grad. Auf unserer Weiterfahrt sehen wir Chinesen die die Straße vermessen. Über den Trešnjevik Pass geht es weiter nach Albanien. Wir sind die einzigen die über den kleinen Grenzübergang einreisen wollen. Die Einreise ist Problemlos. Unser Ziel ist das Vermosh Tal. Zu Beginn ist die Straße geteert. Später stehen wir am Fluss und überlegen ob ich falsch abgebogen bin. Bei genauem Hinsehen erkennt man den Weg auf der anderen Seite des Flusses. Also einfach durch den Fluss weiter. Ein paar Mal müssen wir durch den Fluss bis wir am Ende angekommen sind. Wir errichten unser Lager auf einer großen Kiesbank. Wir sammeln Holz und machen ein Lagerfeuer. Ein paar Scheiben Fleisch wandern auf den Grill. Der Platz ist ganz schön windig gelegen. Deswegen erkunde ich die Umgebung. Ich werde auch fündig. Eine schöne grüne Wiese mit Bäumen die den Wind abhalten. Auf den Weg dorthin bekommt der Wolf wieder nasse Füße, wie ärgerlich ;-)). Petra muss das Ganze für das Familienalbum festhalten. Ein schöner ruhiger Platz. Zu Besuch kommen nur ein paar Pferde und Kühe vorbei. Gegen 23Uhr fährt ein Geländewagen vorbei. Wir werden mit einem Suchscheinwerfer angeleuchtet. Ich gehe mal nach draußen um nachzusehen was da abgeht. Etwa 5 Meter neben uns steht ein Reh. Es steigen zwei Jungs aus dem Auto. Das Reh verschwindet die Jungs hinter her. Was hat der Eine wohl in der Hand. Natürlich ein Gewehr. Das braucht man unbedingt zur Jagd. Wir wieder mittendrin. Kinder, Waffen und Adrenalin ein Stoff für angenehme Träume. Wegfahren fällt aus. Vielleicht hätte ich die Wolshöhle schusssicher bauen sollen? Ich mache das Licht in der Kabine an, mit der Hoffnung wenn der Schütze sein Ziel anvisiert, das er uns nicht zufällig übersieht. Nach einer Stunde ist der Spuk zum Glück aber vorbei.

14.05.2015         Strecke: 163km

Bei schönem Wetter verlassen wir Vermosh. Über Lepushe fahren wir in das Cem Tal. Hier haben die Kühe einen schönen Kopfschmuck. Schafe, Esel und auch Schweine laufen auf der Straße. Bei Tamara wir schon fleißig an der Straße gearbeitet. Wir kommen in die erste albanische Stadt Shkoder. Unglaublich was hier los ist. Sind wir noch in Europa? Ein einziges Gewusel. Überall Menschen, zu Fuß auf Fahrräder oder im Mercedes. Diese Automarke scheint das Lieblingsauto der Albaner zu sein.  In Bosnien ist es wohl ein roter Golf 2. Nie haben wir mehr Mercedes gesehen. Als erstes Tanken wir Blu Diezel, obwohl der Tank noch halb voll ist. Es erscheint uns sinnvoll, da wir ja nicht wissen wie die allgemeine Versorgung mit schwefelarmen Diesel in Albanien ist. Als nächstes steht Geldwechseln an. Ich parke, wie viele andere auch in zweiter Reihe und warte bis Petra zurück ist. Für 300 Euros bekommen wir 142000 Lekis.  Möchte man mehr Geld wechseln empfiehlt sich eine Einkaufstasche für das Geld. Jetzt können wir unsere Vorräte ergänzen. In einem kleinen Laden gehen wir einkaufen. Der Verkäufer rechnet noch mit der alten Währung. Das Stiftet bei uns etwas Verwirrung. Ich gebe dem Verkäufer viel zu viel Geld. Doch er ist ein ehrlicher Mensch und erklärt uns den Unterschied. Weiter geht es nach Komani. Am Fähranlieger in Komani gibt es keine Möglichkeit zum Übernachten. Zu klein ist die Fläche nach dem Tunnel. Der Restaurantbesitzer beaufsichtigt die Arbeiten an der Autofähre. Laut Internet soll sie am nächsten Morgen den Betrieb aufnehmen. Wie gehen ein paar Stufen hoch in das Restaurant. Wir bestellen Bier, Fleisch und Salat. Der Besitzer ist wohl auch Bedienung und Koch in einer Person. So dauert das Ganze halt eine Weile. Ich denke über die Fähre nach. Da wird noch fleißig rum geflext. Ich glaube nicht dass wir das unbedingt machen wollen. Das Essen ist Ok. Oh was kommt denn da. So wie es aussieht gibt es eine zweite Fähre. Die ist viel Größer und voll Beladen. Morgen um 9 Uhr fährt sie zurück nach Fierze. Unser Ober erzählt dem Kapitän dass wir Morgen mitfahren möchten. Somit ist alles klar. Jetzt brauchen wir nur noch einen Stellplatz für die Nacht. Kaum haben wir aufgebaut,  bekommen wir von einem Jungen aus dem Dorf besuch. Neugierig hockt er auf einem Kieshaufen. Wir versuchen mit ihm ins Gespräch zu kommen. Das funktioniert aber nicht. Wir beschließen noch eine Runde zu Fuß zu machen. Wie ein kleiner Dackel folgt uns der Junge.  Wir haben keine Ahnung was er möchte. In der Bar trinken wir Kaffee und Raki. Der Junge wartet vor der Bar auf uns. Petra fragt den Ober ob er den Jungen fragen möchte was er von uns will. Keine Ahnung was sie gesprochen haben. Auf alle Fälle sind wir jetzt wieder alleine.

15.05.2015         Strecke: 163km

Ohne zu frühstücken fahren wir bereits um 7 Uhr zum Fähranlieger hoch. Ich parke als erster direkt vor der Fähre. Nun können wir im Cafe gemütlich einen Kaffee trinken und dem Treiben zusehen. Es kommen immer mehr Fahrzeuge. Der ganze Platz ist voller Menschen, Autos und Motorräder. Es staut sich schon in den Tunnel hinein.  Spätestens jetzt sind wir froh über unseren Platz an der Fähre. Wir haben keine Ahnung wie das funktionieren soll. So groß ist die Fähre nun auch nicht. Langsam wird es 9 Uhr. Es wird zusehend lauter. Jeder redet und schreit etwas durch die Gegend. Petra fragt den Kapitän wo die alle hinwollen. Er meint nur: No worry, no Problem, there is enough Place. Da zum Rangieren kein Platz mehr vorhanden ist darf ich schon mal auf die Fähre fahren. Jetzt werden die Italiener lauter. Alle labern den Kapitän zu. Doch er behält die Ruhe. Ich muss auch auf der Fähre noch ein paar Mal vor und zurück bis alle drauf sind. Der Italiener rammt natürlich mein Auto. Das ist für ihn offensichtlich ganz normal. Kommentarlos steigt er aus. Zum Glück ist er mir nur auf die Anhängerkupplung gefahren. Wir fühlen uns wie in einer anderen Welt. Man fühlt sich hier eher wie in Afrika als in Europa. Irgendwie funktioniert dieses ganze Durcheinander aber. Wir bezahlen 48€ für den Wolf und uns Beide. Fast pünktlich geht es los. Bisher haben wir schon einiges an faszinierender Landschaft gesehen. Nun werden wir zum ersten Mal mit dem einem Negativen Problem des Landes konfrontiert, Müll. Auf den ganze See schwimmt Plastikmüll. Dass das nicht nur hässlich zum Ansehen sondern auch gefährlich ist können wir Live miterleben. Bereits nach kurzer Fahrt bleibt die Fähre mitten auf dem See stehen. Der Müll blockiert die Kühlwasserzuläufe des Motors. Dieser wird dadurch heiß und wird abgestellt. Es dauert einige Zeit bis es weiter geht. Das Ganze passiert dreimal auf unserer Fahrt. Die dauert dadurch eine Stunde länger. Was wäre wenn jetzt ein starker Wind blasen würde? Umweltverschmutzung kann ganz schnell Lebensbedrohlich sein kann. Während wir so dahin getrieben sind haben einige wieder ihren Müll in den See fallen lassen. Leider können wir während der Überfahrt nicht in die Kabine. Der Italiener ist einfach zu nah dran. Nach unserer Ankunft in Fierze machen wir erstmal Brotzeit. In Kukes tanken wir wieder voll und trinken einen Kaffee. Der Ober will kein Trinkgeld. Weiter geht es Richtung Peshkopia. Wir suchen den Einstieg zur alten Straße am schwarzen Drin entlang. Die 80 Kilometer soll ein Klassiker sein. Runter von der Teerstraße geht es auf Schotter weiter. Die Piste fällt steil ab. Ein freundlicher Mann steht an der Straße und bittet uns anzuhalten. Wir halten und folgen seiner Einladung. Wir sitzen beim Ihm im Garten auf Bodenkissen und bekommen Kaffee. Es ist sehr mühsam sich zu verständigen. Keiner versteht was der andere sagt. Trotzdem bekommt man die eine oder andere Antwort. Er stellt uns seine nette Familie vor. Für die Kinder sind wir wohl sowas wie Aliens. Mit Haribo und ein paar Grimassen tauen sie dann doch noch auf. Dann noch der Trick mit dem Foto. Die Kids fotografieren und die Bilder gleich ansehen lassen. Schon lächeln auch sie. Als ihr Vater möchte das wir bei ihnen Übernachten, lehnen wir dankend ab. Wir möchten doch noch ein bisschen weiter fahren. Später finden wir einen schön Platz mit Blick auf den Drin. Zum Kochen haben wir keine Lust mehr. Wir machen nur Brotzeit. Es kommen zwei Hirten mit ihren Schafen vorbei. Ich gehe wieder auf sie zu. Schüchtern und neugierig kommen sie näher. Wir wechseln ein paar Worte. Leider versteht keiner was der andere sagt, schade. Als sie weitergezogen sind legen wir uns schlafen. Die Vögel zwitschern die ganze Nacht hindurch.

16.05.2015         Strecke: 209km

Das Motto des Tages: Die Suche nach einer Dusche. Langsam ist es wohl wieder an der Zeit. Heute muss ich mein Versprechen einlösen sonst gibt es Ärger. Ich bin zuversichtlich dass wir am Ohrid See fündig werden. Zum Frühstück kommt wieder ein neugieriger Einheimischer zu uns herauf. Da wir gerade frischen Kaffee haben bieten wir unseren Gast eine Tasse an, die er auch annimmt. Vor Peshkopi kommen wir an dem gelben Landy vorbei. Ein obligatorisches Foto wird gemacht. Bis Shupenze haben wir wieder Teer unter den Gummis. Der nächste Offroad Abschnitt ist Ätzend. Die Straße bis Librazhd ist grob geschottert und wir wohl demnächst Geteert. Wir überholen einen neuen Mercedes. Für ihn ist das wohl nicht der richtige Weg. Zu gestaubt erreichen wir endlich wieder die Teerstraße. Kurz darauf kommt uns ein Ranger mit Ortec Kabine entgegen. Das sind Karin und Peter, die wir später noch kennen lernen werden. Auch an der Straße am Ufer des Ohridsees entlang wird fleißig gebaut. Da hilft auch kein Zuwinken vom Campingplatz. Kurz vor Pogradec wäre das unser Ziel gewesen. So gerne wir heute duschen möchten. Dieser Platz direkt an der Hauptstraße, dazu noch mit Baustelle entspricht in keinster Weise unseren Vorstellungen. Guter Rat ist jetzt teuer. Ich habe keine Ahnung was als Alternative in Frage kommt. Vom Fahren bin ich auch schon müde. Auch wenn die Strecken nicht sehr lang sind, fordern sie doch ständige Aufmerksamkeit. Wir halten kurz an und überlegen. Das bringt uns auch nicht weiter. Also einfach weiterfahren und sehen was kommt. Wir fahren in die Stadt. Dort fahren wir weiter am Ufer Richtung Mazedonien. Plötzlich lächelt uns ein kleiner Campingplatz an. Arbi heißt er und ist wohl ziemlich neu. Es gibt Duschen. Der Tag ist gerettet. Zuerst bauen wir unser Lager auf. Ich klappe das Dach hoch, fertig. Wir gehen vor zum Restaurant das zum Platz gehört. Wir setzten uns zu Annette und Eike aus München. Petra bestellt sich zum Bier Ziege. Ich bekomme die Koran Forelle. Die es nur hier im Ohridsee gibt. Den Salat hätte ich besser nicht gegessen. Nach gemütlichen Ratschen mit den Beiden genießt Petra ihre heiße Dusche ausgiebig. Anschließend bin ich an der Reihe. Ich muß zugeben, so eine heiße Dusche, das hat schon was. Hundemüde schlafen wir schnell ein.

17.05.2015         Strecke: 85km

Wir frühstücken und verabschieden uns von den Münchnern. Ursprünglich wollte ich über Mazedonien zum Prespasee und über Griechenland zurück fahren. Nun haben wir aber keine Lust auf Grenzübergänge. Nach einer kleinen Rundfahrt, tanken wir und fahren über Korce zum Prespasee. Der Hauptgrund hier her zu fahren sind die Pelikane. Bei Liquenas werden wir fündig. Am Südufer sehen wir einen schönen Platz zum Übernachten. Hier  sind Polizisten mit einem Land Rover stationiert. Vermutlich wegen der nahen Grenze zu Griechenland. Es sind nicht mal 2 Kilometer bis dahin. Ich frage sie ob wir hier eine Nacht stehen bleiben dürfen. Das ist überhaupt kein Problem meint der Chef. Es kommt eine Kuh Herde vorbei. Sie vertreibt leider die Pelikane.  Wir gehen am Strand spazieren. In der Ferne können wir die großen Vögel noch sehen. Zurück am Auto frischt der Wind auf. Darum parke ich es näher an die Bäume um sie als Windschutz zu nutzen. Ein Schafhirte treibt seine Ziegen und Schafe bei uns vorbei. Wir reden mit Händen und Füßen. Er kommt aus Makedonien und ist 85 Jahre alt. Über uns ziehen dicke Wolken auf. Sie sehe richtig toll aus. Ich mache ein paar Fotos. Sie leuchten teilweise Gelb. Jetzt wird der Wind böiger. Ein Gewitter zieht auf. Ich parke nochmal um. Diesmal stelle ich die Schnauzte in den Wind. Gegen 22 Uhr geht es richtig los. Es Blitzt und Donnert. Dann beginnt es zu Hageln. Der Lärm in der Wolfshöhle ist enorm. Die Körner sind bis zu 15mm Groß. Hoffentlich hält das auch das Auto aus. Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei. Draußen ist alles Weiß. Zum ersten Mal benutzen wir die Campingtoilette. Es regnet die Ganze Nacht durch.

18.05.2015         Strecke: 194km

Das Auto und die Wolfshöhle haben das Gewitter ohne Schaden überstanden. Auf der Wiese hat sich ein See gebildet. Jetzt weiß ich auch warum das Navi gemeint hat das wir uns im See befinden. Wir fahren am See weiter bis Kallamas. Unterwegs sehen wir vereinzelt Krauskopfpinguine. Nein Petra, das sind Pelikane. Leider sind sie zu weit weg um sie zu fotografieren. Als machen wir uns auf nach Benje. Hier bekommt der Spruch Reisen statt Rasen eine besondere Bedeutung. Um von A nach B zu kommen braucht man jede Menge Zeit. Zum Glück haben wir die auch. Die Fahrt wird durch die vielen Kurven und das ständige auf und ab wieder einmal Anstrengend. Im kitschigen Restaurant Kolonjare machen wir Mittagspause. Der Zaun wir gerade kreativ gestrichen. Es laufen Hasen, Enten, Hühner mit Küken rum. Irgendwie ist alles trotzdem nett. Ich bekomme ein Steak mit Kartoffeln. Petra nimmt den gefüllten albanischen Pfannkuchen. Der ist hier eine Spezialität. Alles in allem bezahlen wir für das Ganze, mit Getränken und Kaffee,  gerade mal 11,50€. Später kommen uns die Hamburger Biker entgegen. Die haben wir schon auf der Koman Fähre getroffen. Es zieht wieder zu. Es donnert und Blitz. Es fallen riesige Wassertropfen herab. Kurz vor unserem Ziel beginnt es zu Hageln. Wir parken unter eine großen Baum der uns etwas schützen soll. Die Körner sind diesmal bis 2cm Groß. Als das Gewitter vorbei ist fahren wir in den Regenbogen. An der Quelle von Benja suchen und finden wir einen schönen Stellplatz. Nun gehen wir erstmal baden. Eine echte Wohltat. Alleine gewiesen wir das etwa 30 Grad, leicht Schwefelhaltige Wasser.

19.05.2015         Strecke: 224km

Vor dem Frühstück gehen wir nochmal Baden. Heute geht die Reise an das Meer. Bis auf ein paar Abschnitte kommen wir schnell voran. Beinahe wäre ich an Syri i Kalter vorbei gefahren. Daran habe ich gar nicht mehr gedacht. Zuerst trinken wir eine Cappuccino und hoffen dass die Sonne durchkommt. Ohne sie kommt das klare Quellwasser nicht wirklich zur Geltung. Nachdem wir etwas rum gelaufen sind und zu Mittag gegessen haben kommt die Sonne raus. Das Wasser sprudelt aus 50m Tiefe empor und hat eine tiefblaue Farbe. Daher auch der Name Blue Eye. Von hier ist es nicht mehr weit bis ans Meer. Ich kann es schon riechen. Doch was ist das. Wir stehen vor einem Tor mit dem Schild Private. Von oben hat die Bucht Gjiri i Kakomese so toll ausgesehen. Leider wird uns der Zutritt verwehrt.  Da hilft nichts, also fahren wir weiter zur nächsten Bucht Lukova Plazh. Hier wird schon gebadet. Einige Buden stehen am Meer. Mopedfahrer habe ihre Zelte darin aufgeschlagen. Auf der Wiese laufen Kühe rum. Einen Stellplatz hätten wir schnell doch hier bleiben möchten wir nicht. Vielleicht gibt es noch was Schöneres. Weiter nach Jale. Hierfür habe ich schon einen Platz gegoogelt. Durch den Ort durch vorbei an der örtlichen Müllkippe führt ein schmaler Weg ans Meer. Leider sind die letzten Meter ans Meer zu anspruchsvoll. Deswegen parken wir etwas oberhalb des Strandes. Zu Fuß brauchen wir dafür keine Minute. Wir bauen auf und trinken ein Bier. Währenddessen ziehen schon wieder dunkle Wolken auf. Hier haben wir überhaupt keinen Windschutz. Also packen wir wieder zusammen und versuchen es vorne am Strand des Dorfes. Leider gibt es für uns keinen geeigneten Platz. Da die Wolken näher kommen fahren wir wieder hinauf zur Straße. Vorbei am Plazhi Gjipe zum Plazhi i Palases. Der große Strand ist fast menschenleer. In der windgeschützten Stell am Ende der Bucht stehen bereits die Zelte von Wanderer. Für Experimente mit dem feinen, weichen Sand habe ich heute auch keine Lust mehr. An einer geeigneten Stelle müssen wir zuerst den Müll beiseiteschaffen, das wir nahe an einer Felswand stehen können. Müll liegt hier überall. Urlaub auf der Müllkippe. Darauf stehen wir beide nicht. Vom nahen Pass pfeift der Wind herab. Er kann uns aber nichts anhaben. Wir stehen wenigstens geschützt.

20.05.2015         Strecke: 238 km

Die Nacht war ruhig. Wir haben nur das Rauschen des Meeres gehört. Das Wetter hat sich beruhigt und die Sonne scheint. Wir frühstücken als die ersten Bauarbeiter eintreffen. Ein Bagger staubt uns ein. Mein Plan irgendwo ein paar Tage am Meer zustehen löst sich langsam im Wind auf. Ein letzter Versuch ist der Strand von Gjipe. Da die Zufahrt anspruchsvoll sein soll, parken wir das Auto und machen uns zu Fuß auf den Weg. Der Weg wäre befahrbar. Aber die Gefahr dass man sich an den extrem scharfkantigen Steinen die Reifen beschädigt ist sehr groß.  Die Bucht aber ist schon etwas Besonderes. Der Preis dafür ist mir zu hoch. Alles geht halt nicht. Derjenige, der damit kein Problem hat wird mit einem der schönsten Plätze am Meer belohnt. Über den Pass fahren wir weiter nach Norden. Bei  Orikum knurrt der Magen. Hier wird man von nett gekleideten Männern, die mitten auf der Straße stehen angehalten, um in eines der am Straßenrand befindlichen Lokale gelockt zu werden.  Wir lassen uns gerne aufhalten. Später trinken wir in Fier einen Kaffee und kaufen beim Bäcker selbstgebackene Kokosmakronen. Lecker, lecker wie an Weihnachten. Am Strand von Spillej finden wir einen schönen Übernachtungsplatz. Am fast Menschenleeren Strand kann man Kilometerweit wandern und Muscheln sammeln. Hier sieht es fast so aus wie in Südafrika. Das flache trübe Wasser lädt aber nicht zum Baden ein. Der Sonnenuntergang ist auch nicht ohne.

21.05.2015         Strecke: 184 km

Petra meint, sie weiß jetzt warum viele so schnell unterwegs sind. Eine Tankstelle wirbt mit dem Spruch: "with us you just fly". Es ist schon gefährlich wie manche hier fahren und erst Überholen. Die Lagune von Patok liegt in der Bucht von Rodonit. Es stehen alte Fischerhütten in der Lagune. Diese werden zu Cafés und Restaurants umgebaut. Weiter geht es nach Shkodra und zwar mittendurch. Wie beim ersten Mal sind überall Menschen unterwegs. Wir suchen Ura e Mesit, eine alte osmanische Brücke. Leider regnet es. Trotzdem schauen wir uns die Brücke an. Nur ein kurzes Stück von hier liegt das Lake Shkodra Resort direkt am See. Der Campingplatz ist überschaubar mit allen was der  Camper benötigt. Nur ein Markt fehlt. Es befindet sich aber einer kurz vor der Zufahrt an der Straße. Da es immer noch leicht regnet kommt das Hecktarp zum Einsatz. Somit bleibt der Zugang zur Kabine trocken und wir können vor der Kabine einen Anlegerschluck trinken. Skenderbeu, ein albanischer Brandy, ist gar nicht so schlecht. Während Petra beim Duschen ist gönne ich mir noch einen. Der Platz ist Treffpunkt aller möglichen Reisenden. Landys, Landcruiser, Pickups mit Kabinen, Wohnmobile, Holländer mit Wohnwagen, Enduros, Vespa Roller und umgebaute Militär Lkws. Man trifft seinesgleichen und kommt gleich ins Gespräch. Zum Abendessen gehen wir in das zum Campingplatz gehörende Restaurant. Trotz Nebensaison wird der Platz immer voller. Am See leuchten Glühwürmchen. Nein, überall leuchtet es jetzt. Es wimmelt hier nur so von Ihnen. Selbst in der Kabine haben wir eines.

22.05.2015       Strecke: 144km

Nachdem wir bezahlt haben, machen wir uns auf den Weg nach Theth. Es regnet leicht. Die Berggipfel sind in dicke Wolken gehüllt. Das erste Stück bis zur Passhöhe auf 1600m ist geteert und somit sehr gut befahrbar. Bergab ist die einspurige Straße noch ursprünglich. Auf der Beifahrerseite geht es sehr weit steil hinab. Petra ist sehr ruhig. Trotz des schlechten Wetters können wir sehr viel von der einmaligen Landschaft sehen. Hohe schneebedeckte Berge und tiefe sattgrüne Schluchten. Die Piste ist nicht nur vom Regen nass. Auch alte Schneefelder am Wegesrand sorgen für Feuchtigkeit. Langsam nähern wir uns Theth. Über eine Brücke geht es in das Dorf. Am nächsten Flussübergang gibt es keine Brücke mehr. Da die Strömung sehr stark ist geht es hier für uns nicht mehr weiter. Dadurch verwerfen wir auch den Plan hier im Tal zu übernachten. Unsere letzte Nacht in Albanien werden wir nochmal im Shkodra Resort verbringen. Doch zuerst kommt die Rückfahrt. Diesmal kommen uns einige PKW entgegen. Kurz vor der Passhöhe sind es dann zu viele.  Auch ein tiefer gelegter Mercedes Kleinbus ist darunter. Es gibt keine Ausweichmöglichkeit. Der klügere gibt nach. Ich fahre etwa 200m zurück. Der Bus lässt seine Passagiere aussteigen. Die Autos kommen problemlos an uns vorbei. Beim Sprinter wird es aber sehr knapp. Mit unseren 4WD Fahrzeug ist es nicht immer ganz einfach auf der Piste. Wie das mit Zweiradantrieb funktioniert weiß ich nicht. Jetzt wissen wir aber woher die vielen Schlaglöcher herkommen. Zurück im Campingplatz kochen wir heute selber. Nicht dass wir unsere Vorräte wieder mit nach Hause nehmen. Ich besorge eine Flasche albanischen Rotwein. Während wir Essen zieht es immer mehr zu. Ein Gewitter ist im Anmarsch. Es blitz und donnert. Jeder versucht noch schnell irgendwas in Sicherheit zu bringen während es wie aus kübeln regnet. Ich sitze unter meinem Vordach mit einem Glas Wein und sehe dem Treiben zu.

23.05.2015       Strecke: 155km

Petra fühlt sich nicht gut. Ob es vom Essen oder vom Wein kommt wissen wir nicht. Wir packen erneut zusammen und verabschieden uns von unseren neuen Bekanntschaften. Mit Mühe versuchen wir unterwegs unsere Lekis los zu werden. Wir tanken, kaufen Lebensmittel ein aber es bleibt trotzdem was übrig. Albanien ist ein sehr günstiges Reiseland. Am Grenzübergang Dogana Muriqan werden wir zum ersten Mal angebettelt. Hier ist viel mehr los als am Grenzübergang bei Vermosh. Es dauert auch 40 Minuten bis wir durch sind. Wir fahren am Westufer vom Skadarsko Jezereo entlang. So heißt der Shkodra See in Montenegro. Von der Straße hat man eine super Aussicht auf den See und die Berge. In Lepetane setzten wir mit der Fähre über. Von hier ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Campingplatz von Morinj. Das Beste an diesem Platz ist der kurze Fußweg zur Konoba Catovica Mlini. Das ist ein hervorragendes Restaurant mit einer vorzüglichen Küche. Wie der Name schon verrät war das hier früher eine Mühle (Mlini).  Unser Abendessen kostet aber mehr als wir in 11 Tagen Albanien gebraucht haben.

24.05.2015       Strecke: 347km

Unser Ziel heute ist Livno in Bosnien. Wie bereits im letzten Jahr regnet es hier. Mit etwas Glück entkommen wir einem Hagelschauer. Da wir den Weg schon kennen fahren wir direkt auf das Hochplateau. Nach einer Stunde erfolgloser Suche nach den Wildpferden schlagen wir in einem Waldstück unser Lager auf. Kurz nach dem Essen hören wir einen Schäfer rufen. Plötzlich beobachtet uns ein Schäferhund. Der verschwindet aber nach einer Weile wieder. Es dauert nicht lange und der Schäfer kommt mit seiner riesigen Schafherde genau bei uns vorbei. Irgendwie ist das schon komisch, wenn man bedenkt wie groß diese Hochebene ist. Wir sind auf 1600m es ist kalt und regnet. Doch in der Kabine ist es angenehm warm.

25.05.2015        Strecke: 236km

Draußen sind es nur 8 Grad. Nach dem Frühstück genießen wir die Sitzheizung des Amarok. Wir machen wieder eine Erkundungsfahrt. Im letzten Jahr haben wir wenigstens viele Pferdeäpfel gesehen. Diesmal Fehlanzeige. Auf einer Anhöhe suche im mit meine Fernglas nach den Pferden. Als wir schon nicht mehr daran glauben entdecke ich eine kleine Herde.  Gesehen haben wir nun schon welche. Gerne würde ich sie auch noch Fotografieren. Dafür sind sie aber zu weit weg. Nun darf der Wolf seine Offroad Fähigkeiten beweisen. Querfeldein nähern wir uns den Pferden. Ganz langsam kommen wir ihnen immer näher. Schön dass sie nicht flüchten. In etwas Entfernung bleiben wir stehen. Ich steige aus und mache ein paar Fotos. Zurück im Auto kommt ein Hengst bis auf einen Meter heran. Wir sind glücklich dass wir endlich diese schönen Pferde mit ihren langen Mähnen gefunden haben. Ein Abstecher der sich gelohnt hat. Wir verabschieden uns von Livno.

Unser Weg führt vorbei am Busko Jezero. In Kamensko passieren wir die Grenze nach Kroatien. Der Regen bleibt uns treu. Weiter geht es nach Sinj, vorbei an Rameljane, Drnis und Roski Slap nach Murter. Schon oft sind wir hier am Kreisverkehr am Restaurant Marin vorbei gefahren. Jedes Mal sagen wir dass wir hier mal zum Essen gehen sollten. Diesmal machen wir Halt. Das Lamm und das Spanferkel vom Grill sind Oberlecker. Das Camp Slanica ist mittlerweile ziemlich voll geworden. Hier verbringen wir unsere restlichen Tage. Wir gehen spazieren, tanken  Sonne, relaxen, gehen gut Essen und ratschen mit unseren neuen Freunden am Meer.

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